Guido Westerwelle mag bei der Debatte um die Zukunft des Sozialstaats im Ton falsch gelegen haben. In der Sache hat er jedoch recht: Das deutsche Vollkaskosystem hat als Erfolgsmodell ausgedient. Und Schwarz-Gelb wichtige Fragen noch nicht beantwortet. Dem rhetorischen Rabatz müssen jetzt Taten folgen.
Der Liberale hat weniger Angst vor der Einsamkeit. Er versteht sich – bei aller Verantwortung für andere und anderes – als Individuum. Er ist konsensunabhängiger als jene politischen Mentalitäten, die aus machtpolitischen Gründen oder aus zartem Gefühl heraus stets auf den Comment achten. In Deutschland steht das Liberale unter Generalverdacht. Die Staatsskepsis in Kombination mit einer unverhohlenen Sympathie für die Leistungsträger der Gesellschaft (von der Krankenschwester bis zum Chefarzt) wird als vergleichsweise kaltherzige und unsolidarische Mixtur wahrgenommen. Beispielhaft lässt sich das antiliberale Ressentiment an der vom Vizekanzler Guido Westerwelle rabaukig angestoßenen Debatte um die Zukunft des Sozialstaates beobachten.
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 15. April 2010 15:29



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